Anwohnerin von der alten B167 genervt

Anmerkungen zu

„Anwohnerin von der alten B167 genervt“ (MOZ vom 28.April 2026)

Frau Henning hat ein Problem. Sie wohnt in der Marienwerder Str. in Finowfurt. Über diese Straße läuft der gesamte Verkehr zwischen Autobahnanschluß und Eberswalde. Das ist in den vergangenen 30 Jahren kaum weniger geworden. Diese 30 Jahre haben dem Bürgermeister, dem Landesbetrieb für Straßenwesen, der Autobahnverwaltung und auch dem Landrat nicht gereicht, das Problem zu lösen. Naheliegende, vernünftige vergleichsweise kostengünstige Lösungen wie eine neue Autobahnanbindung in Finowfurt bei km 27,5 in Verbindung mit dem „Eberswalder Schwung“ werden mit Fleiß ignoriert. Warum? Der Bund will eine neue Straße zwischen Finowfurt und Eberswalde bauen. Es ist die Nordvariante. Andere Varianten wurden nicht untersucht. Sie wird als OU (Ortsumgehung) bezeichnet, ist es aber nicht. Der Bau würde einen dreistelligen Millionenbetrag kosten und Frau Hennigs Probleme nicht lösen. Das ist auch nicht seine Aufgabe – sagt der Bund! 

Bürgermeister, Landesbetrieb und Landrat … haben jedoch versprochen, daß die Nordvariante ihr Problem lösen wird. Sie nennen dieses Vorhaben „Lebensader für den Barnim“. Das soll Frau Hennig glauben und das tut sie auch – seit dreißig Jahren. Frau Hennig ist eine brave Bürgerin und glaubt, was ihr versprochen wird.

Mit ihr sollen es auch die Leser der MOZ glauben. Deshalb druckt MOZ das Glaubensbekenntnis von Frau Hennig immer wieder neu ab. Wer's glaubt wird selig, sagt ein Sprichwort.

Wir empfehlen Frau Hennig und allen mit ihr Gläubigen, ihren Glauben durch Wissen zu ersetzen. Es gibt „Wissende“. Sie haben die Planungsunterlagen gründlich gelesen. Sie können Frau Hennig durch Sachkenntnis von ihrem Irrglauben befreien und tun das gern. Frau Hennig kennt sie.

Wissende sind unbequem. Sie glauben nicht was sie sollen. Sie nennen sich „Bürgerinitiative gegen die Nordvariante“. Es gibt sie seit mehr als 20 Jahren. Sie haben klare Vorstellungen, die geeignet sind, Frau Hennigs Problem zu lösen. Diese Vorstellungen, es sind konkrete Vorschläge, passen aber nicht zu den Planungen des Bundes und werden – deshalb? – nicht gedruckt. So etwas muß man auch nicht drucken. Bei uns herrscht ja Pressefreiheit!

Deshalb werden diese Anmerkungen, etwa als Leserbrief, von MOZ nicht gedruckt werden – oder etwa doch? Das würde uns überraschen!

Oskar Dietterle und Johannes Madeja, BI gegen die Nordvariante